Von Geld und Gänsen

Es gibt kaum etwas, das wir so oft brauchen und worüber wir uns so wenig Gedanken machen wie das liebe Geld. Dabei gäbe es so vieles, was wir nicht wissen: Was haben Münzen mit römischen Gänsen zu tun, wozu dienen Geschenke von Südseefischern, und weshalb lieben Gauner Tausend-Franken-Noten? Warum sind runde Zahlen beim Feilschen schlecht, wieso sind Boni manchmal kontraproduktiv, und weshalb sind Gratisgames ein Milliardengeschäft?


Weibel, Thomas (2017): Bare Münze – was unser Geld mit römischen Gänsen zu tun hat. Basel: Verlag Johannes Petri.

«Bare Münze» wird im Frühling 2017 im Basler Verlag Johannes Petri erscheinen. Es ist ein Buch mit Geschichte und Geschichten rund um das Thema Geld. Die Beiträge – ursprünglich für den LGT-Finanzblog entstanden – richten sich an all jene, die ihr Geld nicht bloss ausgeben, sondern mehr darüber wissen wollen. Amüsantes, Nützliches, Erstaunliches aus der Welt der Finanzen: «Bare Münze» bietet überraschende Einblicke in die Notenbanken, Schatullen, Tresore, Matratzen und Portemonnaies dieser Welt.

Bretter, die die Welt bedeuten

Wenig hat sich in den letzten 40 Jahren so drastisch verändert wie das Spielen. Einfache Brett- und Gesellschaftsspiele blicken auf eine lange Geschichte zurück - Würfel und die Vorläufer des heutigen Backgammon, ein Strategiespiel für zwei Spieler, sind bis zu 5000 Jahre alt. Das Videospiel «Pong», 1972 vom Fernsehbauer Magnavox in den USA auf den Markt gebracht, läutete eine spieletechnische Revolution ein, und heute werden sogenannte MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games) von Abermillionen Kindern und Jugendlichen gespielt, Spiele, an denen nicht mehr nur zwei oder vier Spieler, sondern eine potenziell unendliche Anzahl Teilnehmer beteiligt sind.


Backgammon (Javascript, DHTML), 2010

Solche Games sind ihres Gewalt- und Suchtpotenzials wegen in Verruf geraten. Doch bei allen Unterschieden der Spieltechnologie sind Spiele geblieben, was sie immer waren: erzählte Geschichten, die den Spieler durch eigenes Entscheiden und Erleben an der Handlung teilhaben lassen. Oft handeln sie von Krieg: Schach etwa ist ein stilisierter militärischer Feldzug, Backgammon erzählt die Geschichte zweier geschlagener Armeen auf dem Rückzug, World of Warcraft ist die Geschichte der Erkundung einer feindseligen Welt, in der ein Fortkommen nur durch soziale, kollaborative Strategien möglich ist.

Die immanenten Narrationen mögen expliziter geworden sein, doch sie verfolgen seit Jahrtausenden unverändert ein und denselben Zweck: Den Spieler in eine Welt zu entführen, die er qua eigener Imagination ausgestaltet, die er kompetitiv oder kooperativ handelnd erkundet und die seiner Fantasie eine narrative Kulisse verleiht. Spiele lassen erleben, was sich in der Realität eigenem Erleben entzieht. Homo ludens: Spielen ist Erfahren und Lernen, Spielen ist Kultur, und Spiele sind Kunst. Als Bühne der Imagination bietet das Spiel ein immersives, ganzheitliches Erleben, ohne das der Mensch nicht wäre, was er ist.

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Referat gehalten anlässlich des 3. Internationalen Psychodramakongresses am 24. September 2016 in Basel. Kurzabriss in Schaller, Roger (2016): «Stellen Sie sich vor, Sie sind... Das Ein-Personen-Rollenspiel in Beratung, Coaching und Therapie». Bern: Hogrefe.

World of Warcraft (11:52; mp3), Radio SRF 2 Kultur, Hörpunkt «Würfel, Brett und Spielkonsole», 2. April 2009

 
 
 

Geldgeschichten

Das Geld, das die Welt regiert: Eine Reihe meiner «Geldgeschichten» sind in Buchform erschienen. Die LGT-Bankengruppe, Vaduz, hat unter dem Titel «Die besten Geldgeschichten» eine Reihe Beiträge veröffentlicht, die in den vergangenen Jahren im LGT-Finanzblog erschienen sind. Tauschhandel, Brakteaten, Banknoten, George Soros, Monopoly und Wettquoten, mit einem Vorwort von Prinz Philipp von und zu Liechtenstein: Ein Buch für alle, die mehr über Geld wissen wollen als wofür man es ausgeben kann.

Zeitreise

Eine Zeitreise durch viereinhalb Jahrtausende: Die bis in die verblüffendsten Details erhaltene jungsteinzeitliche Siedlung Skara Brae auf Orkney, Schottland.

Skara Brae (2:33; mp3), Radio SRF 2 Kultur, «100 Sekunden Wissen», 13. September 2016

 
 
 

Der kleine Unterschied

Design und User Experience: Der kleine Unterschied.

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