Digitale Allmend

Die schweizerischen Gedächtnisinstitutionen nennen immense Kulturschätze ihr eigen, und seit Jahren werden kontinuierlich Teile davon in digitaler Form zur Verfügung gestellt. Diese Inhalte stehen (oft, wenn auch noch nicht oft genug) in der Public Domain, also auf der digitalen Allmend. Aber da gibt es drei grundlegende Probleme.

  1. Ein Digitalisat kann schlechterdings alles sein – von der eingescannten Federzeichnung bis zur Metadatentabelle –, und mit diesen Daten allein kann selbst eine interessierte Öffentlichkeit kaum etwas anfangen. Denn Daten sind Daten und, ohne Bedeutung, noch lange keine Information (pdf). Erst wenn Daten mit Bedeutung und, als Information, mit Kontext versehen werden, wird aus dem Datenrohstoff ein potentielles Wissensprodukt.
  2. Museumsverantwortliche, Programmierer, Künstlerinnen und Forscher leben in Sphären, die kaum gemeinsame Schnittmengen aufweisen. Und begegnen sie sich doch, dann fehlt ihnen eine gemeinsame Sprache, geschweige denn eine gemeinsame Vision.
  3. Rufen Akteure wie die Arbeitsgruppe GLAM («Galleries, Libraries, Archives, Museums») von Open Data Schweiz, eine multidisziplinäre Plattform wie den «Swiss Open Cultural Data Hackathon» ins Leben, führt das zu staunenswerten Ideen und Prototypen. Weil die post festum rasch wieder in Vergessenheit geraten, werden aus gelungenen Entwürfen Projektzombies, Untote, denen Werden und Wirken verwehrt bleibt.

Als einer dieser Kulturdaten-Hacker bin ich eingeladen worden, anlässlich der Tagung «Public Domain: Beispiele, Ideen, Perspektiven» auf dem Campus der Künste in Basel meine beiden bisherigen Hacks «Tarot Freecell» und «Manesse Gammon» vorzustellen und zu skizzieren, wie sich aus Daten Information und aus Information Wissen schöpfen liesse.


«Tarot Freecell» (Projektdokumentation, 2015)


«Manesse Gammon» (Projektdokumentation, 2016)

Podcast «100 Sekunden»


Radio: Illustration aus «Nerdcore»

Radio, dieses älteste und nach wie vor glaubwürdigste aller Massenmedien, hat eine grosse Vergangenheit – und eine ganze Reihe multimedialer Zukünfte. Eine davon heisst Podcasting, die Möglichkeit also, Hörfolgen ganz einfach zu abonnieren. Podcasting ist ein Verbreitungsweg, der zur Zeit dank iTunes von Apple oder dem Play Store von Google einen regelrechten Boom erlebt. Höchste Zeit also, aus meinem Hörlexikon «100 Sekunden» endlich einen veritablen, mit allen gängigen Plattformen kompatiblen Podcast zu machen. Gesagt, getan.

PS: Wie das geht? Neuen Podcast hinzufügen, den URL des Podcast-Feeds http://www.100-sekunden.ch/rss/podcast eingeben, fertig. Und dann: Dran bleiben und hinhören.

PPS: Oder im iTunes Store einfach nach «100 Sekunden» suchen. Voilà.

Von Galliern und Gänsen

Es ist soweit: Nach dem erfolgreichen Crowdfunding auf Wemakeit ist mein neues Buch «Bare Münze – Gallier und heilige Gänse: Was es über Geld zu wissen gibt» erschienen. 132 Seiten, 49 Illustrationen, 24 Franken: «Bare Münze» gibt's beim Basler Verlag Johannes Petri, in der Buchhandlung und auf Amazon – als Band für den Nachttisch oder als E-Book fürs Tablet.


Weibel, Thomas (2017): «Bare Münze – Gallier und heilige Gänse: Was es über Geld zu wissen gibt». Basel, Verlag Johannes Petri.

We made it

«Bare Münze»: Ein reich illustriertes und gebundenes Buch, das von Geld und Geschichte handelt, erzählt nicht nur von, sondern kostet auch Geld. Und weil Münzen bekanntlich nicht auf Bäumen wachsen, hat der Basler Verlag Johannes Petri eine Crowdfunding-Kampagne auf Wemakeit gestartet.

Ob À-fonds-perdu-Beitrag, ob signiertes und gewidmetes Buchexemplar oder gar eine ausgewachsene Lesung in der Firma: Mit der tatkräftigen Hilfe von 30 Unterstützerinnen und Unterstützern haben wir's geschafft. «Bare Münze» geht in Druck. In drei Wochen liegen die ersten Bände in den Buchhandlungen.

We made it. Grossartig. Danke.

Best of Digezz

Das Herbstsemester 2016/17 ist Geschichte, und die Arbeiten meiner Studierenden auf der Studierendenplattform «Digezz» liegen vor. Ob die künstlerische Reflexion über Einsamkeit «Lux», die instrumentale Weltreise «40 075 Kilometer», die nachdenklich machenden Generationengespräche oder den augenzwinkernden Blick in den Schminkspiegel «The Makeover»: Vorhang auf für die Best of «Digezz».

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