Konfetti (oder Räppli, wie sie in Basel heissen) sind uns vertraut wie Fasnacht und Silvester, aber tatsächlich sind sie made in USA. Und das kam so: Als die Stadt New York am 28. Oktober 1886 die Freiheitsstatue einweihte und der Festumzug die Börse erreichte, warfen die Börsenhändler mit vollen Händen aus dem Fenster, was sie gerade zur Hand hatten: Unmengen an Lochstreifen für die Börsenticker, auf Englisch ticker tapes. Auch wenn schon damals die Stadtreinigungsdienste alle Hände voll zu tun hatten, diese Ur-Konfetti wieder zusammenzukehren: Das Spektakel fand solchen Anklang, dass New York Anfang des 20. Jahrhunderts damit begann, solche Konfettiparaden eigens zu organisieren – die ticker tape parades. Besonders beliebt waren die Papierschlachten nach dem Zweiten Weltkrieg, um Generäle und Präsidenten gebührend zu feiern.
An Beliebtheit haben die Konfetti nichts eingebüsst. Nur sind es heute nicht mehr Lochstreifen, sondern säuberlich gestanzte Schnipsel mit italienischem Namen. Konfetti kommt von confetto (wie in Konfekt oder Konfitüre), und tatsächlich pflegten die Fürsten beim Karneval mit vollen Händen Süssigkeiten in die Menge zu werfen. Confetti, das waren ursprünglich Mandeln mit einer farbigen Zuckerglasur. Doch weil sich auch Granden aufs Sparen verstehen, wichen die gezuckerten Mandeln mit der Zeit feinen Gipsflocken und dann, weil sie sich länger in der Luft hielten, den Papierstreifen aus Aktenvernichtern oder dem Abfall, der beim Perforieren von Endlospapier für Nadeldrucker anfiel.
Tempi passati. Die Konfetti der Postmoderne kosten je nach Farbe drei bis fünf Franken pro Kilo und sind im Onlineshop erhältlich, zur Konfettischlacht passend mitsamt knallbunter Konfettipistole und Konfettimunition.
Herzklopfen, Schwitzen, Hochschnellen aus unruhigem Schlaf: Ein Alptraum haut den stärksten Kerl um. «Herr Ritter, wurden Sie je vom Alp im Schlafe gepresst?», lässt Christoph Martin Wieland im Jahr 1771 seinen Amadis schelmisch fragen. Der Alp ist der sprachliche Urgrossvater des Elfs, und dieser hässliche, haarige Zwerg ist es, der sich alten Vorstellungen zufolge den …
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12. Januar 2012 – 10:24
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Von twb
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Veröffentlicht in Allgemein
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Eine einzige Silbe, aber beileibe nicht einsilbig: Ciao ist der kumpelhafte, herzliche Gruss, dessen italienische Wurzel längst zum Exportschlager geworden ist. Mit ciao grüsst man in halb Europa, in der Grande Nation und auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Als Formel in kubanischen Briefen macht ciao mittlerweile sogar dem traditionellen adiós den Rang streitig.
Der freundliche Gruss …
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Die Wortgeschichte kann entlarvend sein: Predigt, also das, was der Pfarrer auf der Kanzel hält, kommt vom lateinischen praedicare, «ausrufen», «rühmen», «anpreisen» oder «behaupten». Eine praedicatio, auf Deutsch eben eine Predigt, ist also zumindest in sprachlicher Hinsicht eine im Brustton der Überzeugung geäusserte Behauptung. Eine noch dazu, deren Sinn sich nicht ganz in jedem Fall …
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Gospel: das ist mehr als Musik – das ist Klang gewordene Inbrunst. Gospel ist Soul, Rhythm’n’Blues, Rock’n’Roll, the backbone of American music – und einer der Väter dessen, was wir heute ganz profan Jazz nennen.
Am Anfang allerdings hatte Gospel mit Musik nichts zu tun. Ein gospel ist ein Evangelium, ein Zeugnis vom Leben Christi. Das …
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Sie ist nicht sonderlich beliebt, doch sie zählt zum Stammpersonal der kleinen und der grossen Bühne: die Marionette. Ihre Herkunft aber hat nichts mit Puppentheater oder Politik zu tun, nein: Die Marionette, jene bewegliche, an Fäden aufgehängte Gliederpuppe, kommt vielmehr aus der Kirche. Ihr Name stammt vom französischen mariolette, dem Diminutiv von mariole, jener im …
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Stadtkinder haben es schon immer gewusst: Die Milch kommt aus dem Tetra-Pak, einer genialen Erfindung, die zwar aus Karton, aber durchaus nicht von Pappe ist. Die Genies, das waren zwei Schweden: der junge Chemiker Erik Wallenberg und der Ingenieur Harry Järund, die sich 1943 eine völlig neue Verpackung für Milch ausdachten. Die hatte die Form eines …
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