Letterjongg

Gamification ist in aller Munde: Auch Gedächtnisinstitutionen – Museen, Bibliotheken, Galerien, Archive – nutzen immer mehr spielerische Interaktivität, um das Ausstellungserlebnis ihrer Besucherinnen und Besucher zu erweitern. Ein Beispiel dafür habe ich an der diesjährigen Eva Berlin Conference im Fraunhofer-Institut Berlin präsentiert: das Onlinegame Letterjongg, das ich anlässlich des Swiss Open Cultural Data Hackathon 2018 im Schweizer Nationalmuseum in Zürich programmiert habe.


Das Onlinegame Letterjongg mit den ersten kursiven Lettern der Geschichte.

Das Spiel stellt, anstelle der fernöstlichen Ikonographie des chinesischen Originals, Lettern aus der Renaissance dar, die aus der Horaz-Gesamtausgabe aus der Aldus-Offizin in Venedig von 1501 stammen. Die Schrift wurde vom Bologneser Schriftschneider Francesco Griffo geschaffen und zeigt, zum ersten Mal in der Geschichte, einen kursiven Schriftschnitt.

Ein Onlinespiel als musealer Vermittler: Gamification erlaubt einen neuen, unkonventionellen Zugang zu historischen Inhalten. Und der kann, wie «Letterjongg» zeigt, ganz schön vertrackt sein.

 

Bauer

Während wir normalerweise noch vor uns hindösen oder frühstücken, ist einer längst bei der Arbeit: der Bauer. Erstaunlich: Das Geschäft des Bauers ist zwar die Landwirtschaft, doch das Wort kommt ganz woanders her. Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Das Salz des Lebens

Das Salz der Erde sein, jemandem die Suppe versalzen, Salz in die Wunde streuen – in Sprache und Kultur ist Salz omnipräsent. Zu allen Zeiten war Salz nicht nur lebensnotwendig, sondern auch kostbar, und als «weisses Gold» hatte es stets auch eine hohe symbolische Bedeutung. Als Zeichen des Wohlstandes, als Sinnbild der Reinheit und gar von Christus selbst war das omnipräsente Salzfass zu allen Zeiten eine Ikone der Malerei.

Jahrhundertelang war das Binnenland Schweiz auf Salzimporte angewiesen. Ein hartnäckiger deutscher Bohrspezialist und «Salinist» mit Namen Carl Christian Friedrich Glenck änderte das 1836 nachhaltig: In einer Tiefe von 135 Metern stiess er bei Muttenz auf eine massive, 6 Meter dicke Schicht aus Steinsalz. Mein Beitrag im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums, auf Radio SRF 2 Kultur und seit heute auf Watson.

Altimeter

Vor gut drei Jahren kam ich auf die Idee, ein Altimeter für unterwegs zu bauen – nicht auf der Basis eines Barometers wie bei realen Höhenmessern, sondern vielmehr als Webapp mittels der HTML Geolocation API sowie des digitalen Höhenmodells der Schweiz, das beim Bundesamt für Landestopografie als Open Data frei erhältlich ist. Altiswiss wurde prompt in die Liste der Showcases von opendata.swiss, der Datenplattform des Bundes und der Kantone, aufgenommen. Als ich nun auf die fotorealistische Vektorgrafik eines Altimeters stiess, wie es in den Cockpits von Flugzeugen zu finden ist, war die Zeit für einen Umbau meines Höhenmessers gekommen.


Altimeter: Global funktionierender datengetriebener Höhenmesser. (Wikimedia)

Das neue Altimeter verarbeitet globale Elevationsdaten des Programms «Copernicus» der Europäischen Union sowie der Europäischen Weltraumagentur ESA und lässt sich damit auch ausserhalb der Schweiz nutzen. Die Erlaubnis zur Ortung vorausgesetzt, gibt das virtuelle Gerät für jeden Punkt der Erde die Meereshöhe in Metern aus und zeigt sie numerisch und mittels Zeigern an. Um nach einem Standortwechsel neu zu messen, reicht ein Klick auf den Button unten rechts. Et voilà: Altimeter – für alle, die hoch hinaus wollen.

 

Tribute to Django

Vier Jahre ist es her, da hinterliess ich dem Freiburger Saxofonisten André Rossier eine Nachricht. Ob wir uns, wenn wir denn wegen pandemiebedingter Einschränkungen schon nicht proben konnten, gemeinsam eine Version von «Nuages» vornehmen wollten, einen Titel des belgisch-französischen Gitarristen Django Reinhardt (1910–1953).


(Bild: Patrick Caloz)

Und ob wir konnten. Hier ist unser minimalistischer Take, als Geschenk an alle, die unter Jazz mehr als bloss einen Musikstil mit vier Buchstaben verstehen. A tribute to Django – Nuages (mp3, André Rossier ts, Willi Marti dr, myself b).

 
 
 
 
 
 

4:12

Vierter Streich

Eigentlich war's bloss ein Spässchen, programmiert an einem verregneten Dezembernachmittag 2025: Meine aus lauter Emojis bestehende Landeskarte namens Confœderatio Emojica, die mithilfe der HTML Geolocation API auch gleich die aktuelle Position anzeigt. Die Emojis stammen aus dem Projekt OpenMoji der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch-Gmünd.

Weil opendata.swiss, das Datenportal der Schweizer Behörden, stets an Beispielen dafür interessiert ist, was Bastler mit den offenen Daten von Bund und Kantonen so alles anstellen, hat nun die Geschäftsstelle Open Government Data im Bundesamt für Statistik meine Emoji-Karte als Showcase publiziert, wo schon meine früheren Anwendungen swisspeaX, Altiswiss und Mont zu finden sind.

Nach meiner verspielten Landeskarte liesse sich mit Wilhelm Busch sagen: Dieses war der vierte Streich, und der fünfte folgt sogleich. Will heissen: Fortsetzung folgt.


Confœderatio emojica: Eine Emoji-Karte der Schweiz, Geolocation inklusive.

 

Planet Helvetia

Tu felix Helvetia: In der Vorstellung vieler ist die Schweiz eine Insel der Glückseligen, ja mehr noch: ein glücklicher Planet in einem unwirtlichen Universum. Warum also nicht den Himmelskörper Schweiz in 3D visualisieren? Voilà: Planet Helvetia.


Planet Helvetia: Die Schweiz als interaktiver Globus.

 
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