Interaktive Medien

Journalismus ist entweder multimedial oder gar nicht mehr: Inhalte – Text, Fotos, Grafiken, Töne, Filme – werden heute zur Hauptsache im Web verbreitet und auf dem Smartphone genutzt. Wer morgen im Journalismus arbeiten will, muss sich heute multimediales Rüstzeug holen. Daher bietet die Johannes Gutenberg-Universität Mainz in ihrem Studiengang Journalismus das Bachelor-Beifach «Audiovisuelles Publizieren» an – seit jeher mit Vertiefungskursen in den Disziplinen «Aussenproduktion» (Kamera, Licht, Ton), «Innenproduktion» (Postproduktion, Schnitt) und seit diesem Studienjahr auch «Interaktive Medien».

In diesem Sommersemester 2020 werde ich die Mainzer Studierenden in die Welt der Webtechnik einführen. Mittels HTML 5, CSS 3 und Javascript werden bis zum Sommer Webreportagen entstehen, multimedial und mobiloptimiert, handgeschrieben und mit hochklassigen Inhalten in Text, Bild und Ton; Journalismus, handgemacht, aus der Feder der Medienmenschen von morgen. Pionier Henne Gensfleisch, besser bekannt als Johannes Gutenberg, hätte seine helle Freude.

Chain of Fools

Heute hat der Bundesrat darüber informiert, dass es diesen Sommer, zumindest bis Ende August, in der Schweiz keine Musikfestivals geben wird. Mit einem Festival kann auch meine Band Blues Green nicht dienen. Mit Livemusik dagegen schon: Am 24. Mai 2019, vor knapp einem Jahr also, gastierten wir im Freiburger Stadtclub «Sous-sol». A night to remember, ganz besonders in Zeiten abgesagter Konzerte und geschlossener Clubs: Bühne frei für den Soul-Klassiker «Chain of Fools», live aus Fribourg.

 
 
 
 
 
 

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Blues Green: «Chain of Fools» (mp3), live at Sous-sol, Fribourg, 24. Mai 2019. (Bilder: Patrick Caloz)

Glamhack 2020

Hackathons sind der Hot Spots für digitale Skills, stellte Kollegin Nada Endrissat von der Berner Fachhochschule jüngst in einem Aufsatz fest. Tatsächlich hat mich wenig so sehr beflügelt wie die jährliche Teilnahme am Swiss Open Cultural Data Hackathon – der Output, fünf verspielte Web-Apps und eine Menge Erkenntnisse über den praktischen Nutzen von Open Data, werden von Bildungs- und Gedächtnisinstitutionen noch heute nachgefragt.

Aus diesem Grund habe ich für den Deutschen Museumsbund und dessen Zeitschrift Museumskunde in einem Paper (pdf) festgehalten, weshalb Museen, Bibliotheken, Galerien und Archive sich nicht länger auf Datenproduktion und -publikation beschränken können, sondern um die Veranstaltung eigener Hackathons und Coding Contests nicht mehr herumkommen.

So steht denn ausser Frage, dass ich auch dieses Jahr wieder am Schweizer Kulturdatenhackathon teilnehmen werde. Auf dass sich meine Kultur-Hacks weiter vermehren.


Swiss Open Cultural Data Hackathon 2018 im Schweizerischen Nationalmuseum, Zürich. (Bild: Thomas Bochet)

Social Distancing

Die Voraussetzung für Livemusik ist im Allgemeinen ein physisches Zusammentreffen der Musiker. Und daher ist, ebenfalls im Allgemeinen, von den Behörden angeordnetes social distancing das natürliche Ende jeden Musizierens. Wenn da, im Besonderen, nicht der Zufall wäre: An der letzten Bandprobe vor dem Lockdown hat Sängerin Barbara Andrey – als Gedächtnisstütze – den neuesten Song von Blues Green mit dem Handy aufgenommen. Zusammen mit Playback-Selfie-Videos aus den guten Stuben der Bandmitglieder ergibt das am Ende doch noch einen unerwarteten Auftritt.

Blues Green: «Your Heart is as Black as Night» (Barbara Andrey, voc; Jean-Luc Gassmann, p; Christoph Thiel, g; Lucio Crivellotto, g; Denis Pittet, tp; Thomas Weibel, b; Willi Marti, dr; Markus Karl, sax).

Home Office

Die Coronavirus-Pandemie verbannt viele ins Home Office, die individuelle Bewegungsfreiheit wird stark eingeschränkt. Vorlesungen und Besprechungen über Videochat sind zwar möglich, aber selbst im Heimbüro braucht es Pausen. Was tun, wenn die Pausenkaffee-Kolleginnen und -Kollegen fehlen? Basteln mit HTML 5. Zum Beispiel einen Social-Distancing-Rechner. Damit auch der hinterste Seniorenwanderer und die letzte Coronapartytigerin begreifen, wie notwendig es ist, Abstand zu halten und die weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen. Und damit Leben zu retten.

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