Der Journalismus von morgen


Mai 2019: Erste Projektsitzung mit den Studiengangsverantwortlichen von Hochschule und Universität Mainz.

Gut zwei Jahre ist es her, da fragte mich das Journalistische Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um Rat. Aus der Anfrage wurde ein offizielles Beratungsmandat, dem am Ende zwei Projekte entsprangen: der Pilotkurs «Kreatives Medienlabor», geleitet von meinen Mainzer Kollegen Philipp Neuweiler und Jens Hartmann, und mein eigener Grundkurs «Interaktive Medien» für Studierende des Fachs Journalismus. Beide Kurse feiern in diesem Semester ihren ersten Geburtstag, und die von den Studierenden eigenständig und eigenhändig realisierten Medien- und Onlineprojekte haben es wahrhaft in sich. Leidenschaftlich, sinnlich, zugleich ernst und verspielt, interaktiv und multimedial: So sieht er also aus, der Journalismus von morgen.

Zeitungsarchiv

Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Auf e-newspaperarchives.ch finden sich digitalisierte Komplettausgaben wichtiger Schweizer Zeitungen, darunter auch mein Leibblatt, «Der Bund». Am 8. April 1983 erschien hier mein allererster Zeitungsartikel mit dem Titel «Die Sowjetunion und der ständige Krisenherd Naher Osten», und daraus sind im Laufe eines Journalistenlebens viele Tausend Artikel, viele Hundert Radiobeiträge und (bisher) drei Bücher geworden. À suivre.

Nuages

Dass Proben und Auftritte der Pandemie zum Opfer fallen, muss nicht zwingend Verzicht bedeuten. Homeoffice geht auch unter Musikern. Daher: Bühne frei für das Duo André Rossier (ts) und myself (b) – und vor allem für unsere minimalistische Verneigung vor Django Reinhardt (1910–1953) und seinem himmlischen Titel «Nuages».

 
 
 
 
 
 

4:14

Fünf Kilo

Anfang 2000, vor gut 20 Jahren, hatten der amerikanische Web-Pionier Stewart Butterfield (Gründer und CEO von «Slack», davor von «Flickr») und sein Freund Eric Costello eine zündende Idee. Um dem Teufelskreis «schlampige Programmierung erfordert höhere Bandbreiten brauchen schnellere Browser erlauben noch schlampigere Programmierung» zu entkommen, riefen sie den Wettbewerb the5k.org für originelle und innovative Webseiten und -Apps ins Leben. Die Projekte durften – alles inbegriffen – maximal 5 Kilobyte (5120 Bytes1) auf die Waage bringen und wurden anschliessend von einer hochkarätigen Fachjury und von Usern in aller Welt bewertet. Die drei Austragungen von 2000 bis 2002 brachten Juwelen der Webtechnik an den Tag; einige davon, darunter the5k Chess, stehen noch heute im Netz.

Es war dieser Wettbewerb, der mich vom ungläubigen Staunen zum aktiven Programmieren brachte. Mit meinem allerersten Projekt the5k Chrono nahm ich 2002 an der 5k competition teil. Vor drei Jahren habe ich den Faden nochmals aufgenommen: Timepiece, eine Hommage an den Schweizer Ingenieur und Designer Hans Hilfiker und dessen Bahnhofsuhr von 1944, als detailgetreue Replika mit dem charakteristischen Sekundenstopp bei 12 Uhr, als single-file application in Vanilla Javascript, ohne Grafiken, responsive und, natürlich, in weniger als fünf Kilobyte2.

1 Zum Vergleich: Wenn die Datenmenge eines durchschnittlichen Handyfotos der Fläche eines Tisches entspricht, haben 5 Kilobyte ungefähr die Grundfläche einer Streichholzschachtel.
2 Genauer: In exakt 4721 Bytes.

 
 
 
 
 
 

1:51

Dieser Beitrag (mp3) entstand im Auftrag von Radio SRF 2 Kultur und wurde am 12. Februar 2018 in der Rubrik «100 Sekunden Wissen» (Montag bis Freitag, 6.55 und 10.15 Uhr) ausgestrahlt.

Youtube frei

Das Coronavirus hält die Welt nach wie vor eisern im Griff, und an Livekultur, geschweige denn an Gigs in rappelvollen Clubs, wird noch eine ganze Weile nicht zu denken sein. Grund genug, in herrlichen Erinnerungen zu schwelgen. Wenn schon nicht Bühne, so doch wenigstens Youtube frei für Blues Green, live im Freiburger Stadtclub Sous-sol am 24. Mai 2019.

Blues Green, Bluespopjazz made in Switzerland: Lucio Crivellotto (g, voc), Thomas Weibel (b), Barbara Andrey (voc), Willi Marti (dr), Christoph Thiel (voc, g), Denis Pittet (tr), André Rossier (as), Markus Karl (ts, von links nach rechts). (Video: Benoît Perritaz, Elmar Vatter)

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