Interaktive Medien

Der Journalismus der Zukunft ist entweder multimedial oder gar nicht mehr: Inhalte – Text, Fotos, Grafiken, Töne, Filme – werden heute zur Hauptsache im Web verbreitet und auf dem Smartphone genutzt. Wer morgen im Journalismus arbeiten will, muss sich heute multimediales Rüstzeug holen. Daher bietet die Johannes Gutenberg-Universität Mainz in ihrem Studiengang Journalismus das Bachelor-Beifach «Audiovisuelles Publizieren» an – seit jeher mit Vertiefungskursen in den Disziplinen «Aussenproduktion» (Kamera, Licht, Ton), «Innenproduktion» (Postproduktion, Schnitt) und seit diesem Studienjahr auch «Interaktive Medien».

In diesem Sommersemester 2020 habe ich die Mainzer Studierenden in die Welt der Webtechnik eingeführt (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4). HTML 5, CSS 3 und Javascript: In drei Monaten sind mehr als ein Dutzend Webreportagen entstanden, multimedial und mobiloptimiert, handgeschrieben und mit hochklassigen Inhalten in Text, Bild und Ton; Journalismus, handgemacht, aus der Feder der Medienmenschen von morgen. Pionier Henne Gensfleisch, besser bekannt als Johannes Gutenberg, hätte seine helle Freude daran.

PS: Die hatten ganz offensichtlich auch die Studierenden. In der Tat - so zu unterrichten, ist ein Privileg.

Der Preis des Glücks

Geld allein macht nicht glücklich, sagt das Sprichwort. Menschen dagegen sagen etwas anderes: Geld macht eben doch glücklich, allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Und den haben Forscher nun präzise ermittelt. Kurzum: Im weltweiten Durchschnitt kostet Glück exakt 95 000 Dollar pro Jahr.

 

Dieser Text entstand im Auftrag der LGT-Bankengruppe, Vaduz, und ist am 3. Juli 2020 im Onlinemagazin «MAG/NET» erschienen.

swissAR

Der dieses Jahr vom Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft und von «meinem» Institut für Multimedia Production der Fachhochschule Graubünden ausgerichtete Swiss Open Cultural Data Hackathon 2020 (aka «Glamhack») ist Geschichte: Rund 40 engagierte Hackerinnen und Hacker – darunter auch ein Dutzend meiner Studierenden sowie ein Kollege – haben aus offenen Kulturdaten originelle, fesselnde, relevante, zum Nachdenken anregende Prototypen geschaffen.

Seitdem die Arbeitsgruppe OpenGlam («Glam» ist ein Akronym für galleries, libraries, archives, museums) den Glamhack 2015 aus der Taufe gehoben hat, bin ich jedes Jahr mit dabei. Diesmal habe ich aus meinem bestehenden VR-Projekt «Toposwiss», einer 3D-Nachbildung der gesamten Schweiz, eine Augmented-Reality-Anwendung mit dem Namen «swissAR» gemacht.


swissAR (5.-6. Juni 2020, Projektdokumentation im Wiki von Open Data Schweiz)

swissAR ist eine Smartphone-optimierte Website auf der Basis des Javascript-Frameworks A-Frame, die auf Handykamera, GPS-Daten, Kompass und Bewegungssensoren zugreift und mit den Informationen des Open-Data-Elevationsmodells der Schweiz sowie Toponymie-Datenbanken eine Orientierungshilfe für Wissbegierige bietet. Innerhalb eines Umkreises von 10 Kilometern werden alle Ortschaften, Berggipfel und Hügel sowie Kulturdenkmäler höhen- und lagerichtig angezeigt. Mittels Parametern ist es sogar möglich, sich virtuell an anderen Orten der Schweiz umzusehen (Projektdokumentation).

swissAR ist erst ein Prototyp, und er weist noch eine ganze Reihe von Beschränkungen auf. Aber der Versuch zeigt, welche Dimensionen die Technologie angenommen hat, die Tim Berners-Lee 1989 in seinem «Proposal» formuliert hat.

 

Glamhack 2020, Online Edition. (Video: Till Minder, Demian Spescha, Oliver Julier)

Chain of Fools

Heute hat der Bundesrat darüber informiert, dass es diesen Sommer, zumindest bis Ende August, in der Schweiz keine Musikfestivals geben wird. Mit einem Festival kann auch meine Band Blues Green nicht dienen. Mit Livemusik dagegen schon: Am 24. Mai 2019, vor knapp einem Jahr also, gastierten wir im Freiburger Stadtclub «Sous-sol». A night to remember, ganz besonders in Zeiten abgesagter Konzerte und geschlossener Clubs: Bühne frei für den Soul-Klassiker «Chain of Fools», live aus Fribourg.

 
 
 
 
 
 

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Blues Green: «Chain of Fools» (mp3), live at Sous-sol, Fribourg, 24. Mai 2019. (Bilder: Patrick Caloz)

Glamhack 2020

Hackathons sind der Hot Spots für digitale Skills, stellte Kollegin Nada Endrissat von der Berner Fachhochschule jüngst in einem Aufsatz fest. Tatsächlich hat mich wenig so sehr beflügelt wie die jährliche Teilnahme am Swiss Open Cultural Data Hackathon – der Output, fünf verspielte Web-Apps und eine Menge Erkenntnisse über den praktischen Nutzen von Open Data, werden von Bildungs- und Gedächtnisinstitutionen noch heute nachgefragt.

Aus diesem Grund habe ich für den Deutschen Museumsbund und dessen Zeitschrift Museumskunde in einem Paper (pdf) festgehalten, weshalb Museen, Bibliotheken, Galerien und Archive sich nicht länger auf Datenproduktion und -publikation beschränken können, sondern um die Veranstaltung eigener Hackathons und Coding Contests nicht mehr herumkommen.

So steht denn ausser Frage, dass ich auch dieses Jahr wieder am Schweizer Kulturdatenhackathon teilnehmen werde. Auf dass sich meine Kultur-Hacks weiter vermehren.


Swiss Open Cultural Data Hackathon 2018 im Schweizerischen Nationalmuseum, Zürich. (Bild: Thomas Bochet)

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