Social Distancing

Die Voraussetzung für Livemusik ist im Allgemeinen ein physisches Zusammentreffen der Musiker. Und daher ist, ebenfalls im Allgemeinen, von den Behörden angeordnetes «social distancing» das natürliche Ende jeden Musizierens. Wenn da, im Besonderen, nicht der Zufall wäre: An der letzten Bandprobe vor dem Lockdown hat Sängerin Barbara Andrey – als Gedächtnisstütze – den neuesten Song von Blues Green mit dem Handy aufgenommen. Zusammen mit Playback-Selfie-Videos aus den guten Stuben der Bandmitglieder ergibt das am Ende doch noch einen unerwarteten Auftritt. Bühne frei für «Your Heart is as Black as Night».

Blues Green: «Your Heart is as Black as Night» (Barbara Andrey, voc; Jean-Luc Gassmann, p; Christoph Thiel, g; Lucio Crivellotto, g; Denis Pittet, tp; Thomas Weibel, b; Willi Marti, dr; Markus Karl, sax).

Home Office

Die Coronavirus-Pandemie verbannt viele ins Home Office, die individuelle Bewegungsfreiheit wird stark eingeschränkt. Vorlesungen und Besprechungen über Videochat sind zwar möglich, aber selbst im Heimbüro braucht es Pausen. Was tun, wenn die Pausenkaffee-Kolleginnen und -Kollegen fehlen? Basteln mit HTML 5. Zum Beispiel einen Social-Distancing-Rechner. Damit auch der hinterste Seniorenwanderer und die letzte Coronapartytigerin begreifen, wie notwendig es ist, Abstand zu halten und die weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen. Und damit Leben zu retten.

Reprise

11. März 2004, in einem Bandraum irgendwo im Berner Untergrund: Vor genau 16 Jahren schickten sich «The Chicago Seven Swing & Blues Revue» (heute: «Blues Green») an, eines der grossen Sax-Soli der Jazzgeschichte zu reanimieren. Und siehe da: Sonny Rollins' «You Don't Know What Love Is» begann wieder zu atmen.

 
 
 
 
 
 

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The Chicago Seven Swing & Blues Revue (Max Ziegler ts, Jean-Luc Gassmann p, Christoph Thiel g, Cornel Sidler dr, Thomas Weibel b, mp3, ogg), 2004.

Memories

Vor genau fünf Jahren, am 27./28. Februar 2015, fand in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern der erste Schweizer Kulturdaten-Hackathon statt. Und anlässlich der Berner Museumsnacht hätte, unter anderem mit meinen Kulturdaten-Spielereien, am selben Ort gefeiert werden sollen. Allein, es hat nicht sollen sein – auch das Memoryspiel mit den Drucktypen der Gutenberg-Bibel in den Räumen der Schweizerischen Nationalbibliothek fällt dem Corona-Virus zum Opfer. Immerhin: Eine garantiert keimfreie Version des Spiels gibt's online.


«Gutenberg Memory» (15./16. September 2017, Projektdokumentation im Wiki von Open Data Schweiz). (Bild: Valérie Hashimoto)

Glamhack 2020

Hackathons sind der Hot Spots für digitale Skills, stellt Kollegin Nada Endrissat von der Berner Fachhochschule in einem Aufsatz fest. Tatsächlich hat mich wenig so sehr beflügelt wie die jährliche Teilnahme am Swiss Open Cultural Data Hackathon – der Output, fünf verspielte Web-Apps und eine Menge Erkenntnisse über den praktischen Nutzen von Open Data, werden von Bildungs- und Gedächtnisinstitutionen noch heute nachgefragt.

Daher steht ausser Frage, dass ich auch dieses Jahr am Schweizer Kulturdatenhackathon teilnehmen werde, zumal dieser auch noch an «meiner» Hochschule und «meinem» Institut durchgeführt wird. Ergo: Auf Wiederhacken in Chur!


Swiss Open Cultural Data Hackathon 2018 im Schweizerischen Nationalmuseum, Zürich. (Bild: Thomas Bochet)

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