Von Antikythera zum 3D-Druck

Als ich vor 15 Jahren meinen ersten Artikel über den Mechanismus von Antikythera schrieb, tat ich dies wie stets nach einer gründlichen Recherche, die mich bis zum damaligen lead researcher in der Sache, dem Mathematiker und Dokumentarfilmer Tony Freeth, nach London geführt hatte. Ich ahnte noch nicht, dass dies erst ein bescheidener Anfang war: Über diesen staunenswerten astronomischen Kalenderrechner sollte ich noch eine ganze Reihe von Artikeln schreiben, den historischen Apparat erst in 2D, danach in 3D nachkonstruieren, um schliesslich dem antiken Beispiel folgend eigene Mondrechner zu bauen, zuerst als interaktive Visualisierung, danach gar als mechanischen Rechner.


Mechanischer Mondrechner «Meton» (3D-Druck bzw. Eichenholz und Stahl).

Nun ist die Peer Review abgeschlossen, und meine jahrelange Untersuchung wird als wissenschaftliches Paper publiziert. Wer bis zum offiziellen Erscheinungstermin nicht warten mag: Hier gibt's meinen Aufsatz From Antikythera to 3D Modeling: The Moon Machine zum Download.

Showtime

15 Jahre ist es her, da haben Veranstalter Jean-Christophe Despond und wir von Blues Green einander kennengelernt. Ein volles Dutzend Mal sind wir bei ihm aufgetreten, zuerst am City Beach namens «Fribourg Plage», dann im Freiburger Stadtclub «Sous-sol» und, als er schliesslich das Restaurant «La Pinte» in seinem Heimatdorf Farvagny übernahm, im neu gebauten Konzertlokal «La Petite Pinte».

Nun bricht Jean-Christophe auf zu neuen Ufern, und Ende Juni schliesst «La Petite Pinte» ihre Tore – ein herber Verlust für die ganze Region. Unser letzter Gig vom 1. November 2025 wird uns ganz besonders in Erinnerung bleiben – auch dank der Konzertvideos, die heute erschienen sind. Vorhang auf für «Why Did You Do It».

Blues Green am 1. November 2025 live in der Petite Pinte, Farvagny FR. (Video: Benoît Perritaz)

 

Pixel World

Landkarten haben den Zweck, den topografischen Raum zu erfassen und möglichst exakt auf eine Ebene zu projizieren. Genau das versuchen seit jeher auch Computerspiele – anfänglich nur monochrom und in 2D, heute in täuschend echten räumlichen Darstellungen. Warum also nicht die Landschaft mithilfe von Game Art abbilden? Pixelland, meine isometrische Karte der Schweiz, und meine Weltkarte Pixel World sind Hommagen an die frühen Games mit ihrer grobpixeligen 8-Bit-Grafik. Und an Künstler wie Scrabling, die ihre Game Art der Welt unter offenen Lizenzen zur Verfügung stellen.


Pixel World: Weltkarte aus 20 000 isometrischen 8-Bit-Kacheln.

 

Kalifornien

Im Westen der USA liegt Kalifornien, und südlich davon, in Mexiko, liegt die Halbinsel Baja California. Doch das war nicht immer so: Jahrhundertelang glaubten Seefahrer, hier liege vielmehr eine Insel. Diese Insel namens Kalifornien sollte sich zu einem der grössten Irrtümer in der Geschichte der Kartografie auswachsen. Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Letterjongg

Gamification ist in aller Munde: Auch Gedächtnisinstitutionen – Museen, Bibliotheken, Galerien, Archive – nutzen immer mehr spielerische Interaktivität, um das Ausstellungserlebnis ihrer Besucherinnen und Besucher zu erweitern. Ein einfaches Beispiel dafür habe ich an der diesjährigen Eva Berlin Conference im Fraunhofer-Institut Berlin präsentiert: das Onlinegame Letterjongg, das ich anlässlich des Swiss Open Cultural Data Hackathon 2018 im Schweizer Nationalmuseum in Zürich programmiert habe.


Das Spiel Letterjongg an der Eva Berlin Conference.

Das Spiel stellt, anstelle der fernöstlichen Ikonographie des chinesischen Originals, Lettern aus der Renaissance dar, die aus der Horaz-Gesamtausgabe aus der Aldus-Offizin in Venedig von 1501 stammen. Die Schrift wurde vom Bologneser Schriftschneider Francesco Griffo geschaffen und zeigt, zum ersten Mal in der Geschichte, einen kursiven Schriftschnitt.

Ein Onlinespiel als musealer Vermittler: Gamification erlaubt einen neuen, unkonventionellen Zugang zu historischen Inhalten. Und der kann, wie «Letterjongg» zeigt, ganz schön vertrackt sein.

 

Bauer

Während wir normalerweise noch vor uns hindösen oder frühstücken, ist einer längst bei der Arbeit: der Bauer. Erstaunlich: Das Geschäft des Bauers ist zwar die Landwirtschaft, doch das Wort kommt ganz woanders her. Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Das Salz des Lebens

Das Salz der Erde sein, jemandem die Suppe versalzen, Salz in die Wunde streuen – in Sprache und Kultur ist Salz omnipräsent. Zu allen Zeiten war Salz nicht nur lebensnotwendig, sondern auch kostbar, und als «weisses Gold» hatte es stets auch eine hohe symbolische Bedeutung. Als Zeichen des Wohlstandes, als Sinnbild der Reinheit und gar von Christus selbst war das omnipräsente Salzfass zu allen Zeiten eine Ikone der Malerei.

Jahrhundertelang war das Binnenland Schweiz auf Salzimporte angewiesen. Ein hartnäckiger deutscher Bohrspezialist und «Salinist» mit Namen Carl Christian Friedrich Glenck änderte das 1836 nachhaltig: In einer Tiefe von 135 Metern stiess er bei Muttenz auf eine massive, 6 Meter dicke Schicht aus Steinsalz. Mein Beitrag im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums, auf Radio SRF 2 Kultur und nun auch auf Watson.

 
1 2 3 4 5 6 ... 52
 

Weiter zu Youtube? Lesen Sie dazu die Datenschutzerklärung.